• Hannah Bröcker

Umgang mit Schmerzen im Wiederaufbau nach einer Verletzung

Befindet man sich in der Rehabilitation nach einer Verletzung, so ist es gang und gebe, dass Schmerzen während den Übungen auftauchen. Wie geht man am besten damit um – sollte man einfach auf die Zähne beißen oder lieber sofort aufhören? Ich sage: weder noch. Patienten sollten ihre Schmerzen verstehen und lernen, gezielt damit umzugehen (Luomajoki 2007).

Bei der Interpretation der Schmerzen ist es wichtig zu wissen, in welchem Stadium der Heilung sich die verletzte Struktur befindet. Da die Entzündung noch nicht vollständig abgeklungen ist und das Gewebe noch nicht voll belastbar ist, sollten während der akuten und subakuten Heilungsphase (1.-21. Tag nach Verletzung) die Belastungen schmerzfrei sein (Merlo and Migliorini 2016). In der anschließenden Phase dürfen Belastungen schmerzhaft sein, solange sie sich in einem geringen bzw. akzeptablem Ausmaß befinden und nicht schlimmer werden.


Prinzipiell muss nämlich nicht immer etwas kaputt sein, wenn man Schmerzen hat.

Wichtig für die Übungen und damit den Wiederaufbau der Belastbarkeit ist, dass man keine Angst vor der kommenden Belastung hat. Stattdessen sollte man den Verlauf der Schmerzen beobachten und nur bei Verschlimmerung aufhören. Falls die Schmerzen im roten Bereich liegen, kann man einige Punkte beachten (siehe Grafik unten) - und sich gegebenenfalls Hilfe bei einer/einem Physiotherapeutin/-therapeuten holen.


Und was ist mit Schmerzen nach dem Training?

Es ist ok, wenn man nach dem Training etwas mehr Schmerzen hat, solange die Schmerzen bzw. Symptome innerhalb von 24 Stunden zum Ausgangsniveau zurückkehren. Außerdem sollte man kein vermehrtes Steifigkeitsgefühl am nächsten Morgen wahrnehmen.


Diese Ratschläge ersetzen keinen Besuch beim Arzt oder bei der Physiotherapie.


Literatur

Luomajoki H. Wenn der Schmerz im Vordergrund steht. physiopraxis(2/07).

Merlo M, Migliorini S. Iliotibial Band Syndrome (ITBS). In: The Lower Limb Tendinopathies. Switzerland: Springer International; 2016. p. 117–26. (Sports and Traumatology).


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